Schriftsteller, Lexikograf, Diplomat
1658–1725

Sulchan-Saba Orbeliani (1658–1725) wurde in Tandsia bei Bolnissi in das Fürstenhaus Orbeliani geboren, das dem Königshaus der Bagrationi eng verbunden war. Er wuchs am Hof von König Giorgi XI. auf, lernte in der großen Palastbibliothek und wurde später Lehrer des künftigen Königs Wachtang VI., um den sich eine ganze georgische Aufklärung bildete.
Schon als junger Mann schrieb er das „Buch der Weisheit und Lüge“, eine Sammlung von Fabeln und Gleichnissen. Sein Lebenswerk wurde das „Georgische Wörterbuch“, das ein Bedeutungswörterbuch mit einer Enzyklopädie verbindet und die Normen der georgischen Schriftsprache weitgehend festigte. 1698 wurde Orbeliani in David Garedscha Mönch und nahm den Namen Saba an.
1713–1714 reiste er nach Europa, um Hilfe für den König und die Katholiken Kartlis zu erbitten; seine Gesprächspartner waren Papst Klemens XI. und Ludwig XIV. Schon 1692 war er heimlich Katholik geworden. Frankreich versprach Unterstützung, doch Ludwig XIV. starb bald darauf, und die Mission blieb ohne Ergebnis. 1724 ging Orbeliani mit dem König ins Exil nach Russland und starb Anfang des folgenden Jahres in Moskau.