Chinkali und Chatschapuri beim Bahnhof

Palmebi liegt in Tschughureti, in der Gia-Kantscheli-Straße, zehn Gehminuten vom Bahnhofsplatz. Der Name heißt auf Georgisch schlicht Palmen. Das Viertel ist hier eher arbeitsam und städtisch als repräsentativ, und genau deshalb wirkt das Restaurant darin so selbstverständlich.
Der Karte liegt ein einfacher Gedanke zugrunde: gutes georgisches Essen ohne Umstände. Chinkali werden sowohl auf Stadtart als auch auf Mtiuleti-Art gemacht, mit Kümmel und geschrotetem Pfeffer, dazu gibt es eigens eine Variante mit Kartoffel und Sulguni. Es gibt adscharisches und geblättertes Chatschapuri, Mzwadi vom Schwein und vom Huhn, Lobio mit Mtschadi und eingelegtem Pfeffer, Tschichirtma auf Hühnerbrühe. Daneben stehen ganz ohne Widerspruch ein Burger und ein Caesar.
Eine eigene Geschichte sind die Desserts. Hinter Palmebi steht die Tifliser Bäckerei Honoré, deshalb ist es nach Chinkali durchaus folgerichtig, Krapfen mit Vanillecreme oder eine Schokoladentorte mit Eis zu bestellen. Irgendwann hören sie auf, bloß der Abschluss des Essens zu sein, und werden zu einem eigenen Teil davon.
Die Straße, an der das Restaurant liegt, trägt den Namen von Gia Kantscheli, einem der bekanntesten georgischen Komponisten, dem Autor der Musik zu Mimino und Kin-dsa-dsa. Darin liegt etwas sehr Tschughuretisches: neben dem Bahnhof, mitten im gewöhnlichen Stadtleben, findet sich ein Ort mit gutem Essen, einer eigenen Geschichte und einem Grund, länger am Tisch zu bleiben, als man vorhatte.