Eine alte Kellerei in Vera mit Restaurants und Bars

Die Kellerei in der Petriaschwili-Straße im alten Viertel Vera wurde zwischen 1894 und 1896 nach Plänen des Tifliser Stadtarchitekten Alexander Oserow erbaut, finanziert vom Brandy-Magnaten und Mäzen David Saradschischwili. Ihre Fassaden erinnern bewusst an georgische Kirchen: Blendbögen, geschnitzte Gesimse und Fensterbänke, und im Grundriss gleicht der Bau zwei sich kreuzenden dreischiffigen Basiliken. Im Russischen Reich und zu sowjetischer Zeit wurde hier Wein gemacht und gelagert.
Danach stand die Fabrik jahrzehntelang leer. Ab 2013 nahm sich eine neue Eigentümergesellschaft ihrer Wiederbelebung an, das Gebäude wurde zum Kulturdenkmal erklärt, und 2017 öffnete es für alle als Stadtraum: Höfe, Restaurants, Bars und Cafés, ein Blumenmarkt und ein Sommerkino unter freiem Himmel. Überall sind Spuren der Vergangenheit geblieben: alte Fässer, sowjetische Mosaike, getriebene Metalltüren.
Die Seele der Fabrik liegt unter der Erde. In zwei Kellergeschossen unter spitzen Ziegelgewölben lagert die Önothek, eine Sammlung, die über mehr als ein Jahrhundert zusammenkam. Im Mai 2026 wurde sie nach der Restaurierung eröffnet, und der Premierminister sagte dabei, sie umfasse mehr als zwanzigtausend Sammlerflaschen, darunter Weine, die älter als zweihundert Jahre sind, und georgische Weine europäischer Art aus den 1890er Jahren.