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Georg der Hagiorit

Theologe, Übersetzer, Abt von Iviron

1009–1065

Georg der Hagiorit
Unbekannter Urheber · Public domain · Wikimedia Commons

Georg der Hagiorit (1009–1065), also „vom Heiligen Berg“, wurde in Trialeti in der vornehmen Familie Jakobs geboren, eines Gesandten, den Bagrat III. nach Iran schickte. Mit sieben Jahren kam er ins Kloster Tadsrissi, drei Jahre später nach Chachuli, und um 1022 wurde er nach Konstantinopel geschickt, wo er Griechisch lernte und die byzantinische Theologie gründlich studierte. 1034 zurückgekehrt, wurde er in Chachuli Mönch, pilgerte nach Jerusalem und lernte bei Georg dem Klausner auf dem Schwarzen Berg bei Antiochia.

1040 kam er nach Iviron, 1044 wurde er dessen Abt und erneuerte das Kloster. Georg übersetzte die Evangelien und den Psalter neu sowie Werke von Basilius dem Großen, Gregor von Nyssa, Johannes von Damaskus und vielen anderen, verbesserte die Übersetzungen des Euthymios und schrieb „Das Leben des Johannes und des Euthymios“, sein wichtigstes eigenes Werk. In Antiochia verteidigte er vor Patriarch Theodosios die Autokephalie der georgischen Kirche und berief sich auf die Predigt des Apostels Andreas in Georgien. 1057 kehrte er auf Einladung des Königs, damals Bagrat IV., für fünf Jahre in die Heimat zurück und führte Kirchenreformen durch; auf dem Rückweg starb er im Sommer 1065 in Athen und wurde in Iviron begraben.

Mit Georgs Namen ist auch die Geschichte des Liedes „Abendglocken“ verbunden. Nach dem Zeugnis Kalinowskis in seinem Buch „Wo ist die Wahrheit? Geschichte des Iviron-Klosters auf dem Athos“ von 1885 sind die Worte dieses Liedes die Übersetzung eines Kirchengesangs Georgs des Hagioriten, dessen Handschrift im Kloster Gelati aufbewahrt wurde. Auf Russisch kennt man das Lied aus Iwan Kosslows Gedicht von 1828, einer Nachdichtung von Thomas Moore. 1898 wiederholte der Historiker der georgischen Literatur Alexander Chachanow dieselbe Ansicht. Die georgische Kirche verehrt Georg als Heiligen, sein Gedenktag ist der 27. Juni alten Stils.

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